Historie bis 2013

1995 – 2004

Im Jahr 1995 wurde der Finow-Cup erstmals ausgetragen. Damals handelte es sich noch um ein Turnier mit acht E- sowie acht D-Jugend-Mannschaften, die nahezu alle aus Berlin, Brandenburg sowie aus Polen stammten. Erster Sieger war der FC Schwedt, dem es bislang neben dem TJ Jiskra Tanvald, dem FV Motor Eberswalde und dem FC Rot-Weiß Erfurt gelungen ist, in der 16-jährigen Geschichte zweimal in Finow triumphieren zu können. Ein Phänomen ist allerdings, dass es in der Geschichte des Finow-Cup`s bisher keine Titelverteidigung gegeben hat.

In den folgenden Jahren von 1996 bis 1998 entwickelte sich das Turnier zu einem regional bedeutenden Fußballevent für D-Jugend-Mannschaften. Das Teilnehmerfeld umfasste damals in der Regel 20 Teams. 1996 trat der FC Berlin (heute wieder BFC Dynamo Berlin) die Nachfolge vom FC Schwedt an. Im darauf folgenden Jahr bezwang der Oranienburger FC Eintracht im Finale die Jungs vom MSV Rüdersdorf im Neunmeterschießen. Und 1998 ging der Titel an den FC Tollense Neubrandenburg, obwohl dessen Spieler eigentlich schon auf dem Großfeld ihren Ligaspielbetrieb absolvierten.

Die vier Jahre von 1999 bis 2002 waren dann die erfolgreiche Zeit beim Finow-Cup für TJ Jiskra Tanvald aus Tschechien und den FV Motor Eberswalde. Beide Vereine gewannen abwechselnd die Trophäe. 2003 landete der FC Schwedt 02 seinen zweiten Erfolg und bezwang im Finale den FV Dresden-Nord knapp mit 1:0. In jenem Jahr wurden erst- und letztmalig fast alle Spiele auf dem sogenannten B-Platz ausgetragen. Das ist heutzutage bei dem deutlich größeren Teilnehmerfeld nicht mehr möglich und hatte sich damals auch nicht bewährt. Den 10. Finow-Cup 2004 gewann dann mit dem FC Rot-Weiß Erfurt erstmals ein recht prominenter Club, obwohl beispielsweise die Berliner Hertha an fast allen vorangegangenen Veranstaltungen teilgenommen hatte.

2005 – 2010

2005 begann für das Turnier eine neue Ära. Bereits 2004 waren die Stadtwerke Eberswalde als Hauptsponsor eingestiegen. Im darauf folgenden Jahr wollte man neue Maßstäbe setzen. So war es das Ziel von Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg Thiem und seinen Mitstreitern, den Finow-Cup zum größten und attraktivsten D-Jugend-Turnier in Deutschland werden zu lassen und zudem mit einem Rahmenprogramm für jung und alt den Finow-Cup als das Finower Volksfest zu etablieren.

Nach außen verkörperte insbesondere der neue Name ab 2005 – local energy Finow-Cup – und das Logo die neue Zeitrechnung (local energy ist ein Marketingverbund von Stadtwerken in Ostdeutschland). Des Weiteren wurde das Teilnehmerfeld auf 30 Mannschaften ausgeweitet. Unter anderem traten mit Borussia Dortmund, Werder Bremen, Hertha BSC Berlin, dem VfL Wolfsburg, dem FC Energie Cottbus und dem 1. FC Köln gleich sechs Bundesligisten an, zudem mit Darmstadt 98, Union Berlin, dem BFC Dynamo und Dynamo Dresden große deutsche Traditionsklubs und mit Pogon Stettin noch ein polnischer Erstligist. Der im Vergleich zur Vergangenheit deutlich höhere finanzielle Aufwand wurde durch die Bildung eines Pools von Mannschaftspaten – in der Regel hiesige Unternehmen und Institutionen – abgedeckt. Ein Großteil dieser Förderer des Finow-Cup´s halten uns seitdem die Treue bzw. kommen stets neue Partner hinzu.

Am Ende hieß der Sieger des local energy Finow-Cup´s 2005 FC Energie Cottbus. Zwar hatten die Lausitzer in der Vorrunde gegen einen makellos agierenden BVB mit 0:2 unterlegen, doch im Finale revanchierten sie sich mit einem frühen 1:0, was sie sich nicht mehr nehmen ließen. Den dritten Platz belegte Pogon Stettin nach einem 2:0-Sieg vom Neunmeterpunkt gegen TB Berlin.

Im Jahr 2006 wurde erneut die Teilnehmerzahl aufgestockt, nunmehr auf 32. Mit dieser Mannschaftsanzahl sollte auch der local energy Finow-Cup des Folgejahres ausgetragen werden. Erneut gab es Premieren von Bundesligisten am Finower Wasserturm. So gaben Hannover 96, der Hamburger Sportverein, der 1. FC Nürnberg, Arminia Bielefeld erstmals ihre Visitenkarte ab. Titelambitionen hegten auch Hertha BSC, Darmstadt 98, der 1. FC Köln und natürlich Titelverteidiger FC Energie Cottbus. Nach zwei tollen Fußballtagen bei besten Bedingungen siegte der 1. FC Nürnberg im Endspiel gegen den SV Darmstadt 98 mit 2:0. Im „kleinen“ Finale bezwang der SV Werder Bremen den FC Neubrandenburg mit 2:1.

2007 wurde der local energy Finow-Cup zusehends internationaler. Erstmals nahmen mit Slovan Bratislava und Austria Wien Mannschaften aus der Slovakei bzw. Österreich teil. Durch die Teams aus Kolberg und Stettin kämpften also Teams aus vier Ländern um den Sieg und gute Platzierungen. Sparkassenvorstand Uwe Riediger sprach angesichts des Teilnehmerfeldes schon von Europapokalfeeling. Favoriten waren sicherlich Borussia Dortmund, der 1. FC Köln, Hertha BSC, der VfL Wolfsburg, doch am Ende siegte Rot-Weiß Erfurt mit 2:1 im Finale gegen Dynamo Dresden durch zwei Treffer des überragenden Fabian Schnellhardt, der aktuell beim 1. FC Köln unter Vertrag steht und U17 Nationalspieler der DFB-Auswahl ist.

Mit dem local energy Finow-Cup 2008 wurden neue Maßstäbe gesetzt. Das Starterfeld wurde auf 48 Mannschaften aufgestockt, wo nun aber in vielerlei Hinsicht die Grenze des Machbaren erreicht ist. Durch den neuen Modus mit KO-System gibt es insbesondere bei den Sonntagspielen viel Spannung und Emotionen.

Der Event wurde 2008 insbesondere dadurch aufgewertet, dass zum ersten Mal der FC Bayern München um den Titel kämpfte. Hoffnungen auf den Sieg machten sich aber auch Borussia Mönchengladbach, der Karlsruher SC, Hertha BSC, Energie Cottbus, Erzgebirge Aue und Lok Leipzig. Zudem gaben der FC Fehervar aus Ungarn, die Bertie Peacocks und Ballinarmallard United aus Nordirland und der FC Kolberg aus Polen dem Turnier internationales Flair. Am Ende hieß der Sieger etwas überraschend aber völlig verdient Rot-Weiß Essen. Die Truppe aus dem Ruhrpott schaffte es, ohne ein einziges Gegentor in neun Partien zum Erfolg zu kommen. Im Finale setzten sie sich gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:0 durch. Die Fohlenelf hatte vorher im Halbfinale den FC Bayern im Neunmeterschießen ausgeschaltet. Die Münchener schossen sich dann im Spiel um Platz 3 ihren Frust von der Seele und überrannten den 1. FC Union Berlin förmlich mit 4:0.

2009 erreichte der local energy Finow-Cup eine weitere Steigerung. Erstmals waren mit Villareal CF und dem R.C.D. Mallorca zwei spanische Vereine aus der Primera Division am Start. Neben vielen anderen waren auch Rapid Wien, der KSC, Borussia Mönchengladbach, Hansa Rostock, Hertha BSC, Energie Cottbus, der MSV Duisburg, Darmstadt 98, Fortuna Düsseldorf, die Stuttgarter Kickers, der BFC und Union sowie Dynamo Dresden dabei. Den Sieg errang dann der FC Hansa Rostock. Die Jungs von der Küste besiegten im Finale den Karlsruher SC mit einem dramatischen 3:2 im Neunmeterschießen und krönten somit ihre Premierenteilnahme. Im kleinen Finale schlug der VfL Borussia Mönchengladbach Rapid Wien knapp mit 1:0.

Durch den Verkauf der Stadtwerke Eberswalde GmbH, u.a. an die EWE AG, zeichnete sich in 2009 ein Ende des Engagements durch den örtlichen Energieversorger sowie durch die local energy GmbH ab. Andererseits stieg die EWE AG ihrerseits 2009 bereits als neuer Partner ein. Die EWE AG und die Sparkasse Barnim sind nun seit 2010 die Premiumsponsoren. Ungeachtet dessen können die Organisatoren aber unverändert auf über 30 Partner und Förderer der Veranstaltung bauen.

Das Turnier kam mit seinem Namen zurück zu den Wurzeln: Finow-Cup. Neues Logo und neue Internetseite rundeten die neue Außendarstellung ab. Die Philosophie blieb aber gleich: Vermeintlich kleine Vereine sollen die Chance haben, sich mit großen Klubs zu messen. Kinder, Betreuer und Eltern sollen tolle Tage mit internationalem Credo in Finow verbringen und sich in Fairness und Toleranz üben.

Auch 2010 konnten wir neue Highlights setzen. So debütierte der VfB Stuttgart und erstmals nahmen mit Sampdoria Genua und dem FC Parma italienische Teams an der damals 16. Auflage des Turniers teil. Hinzu kamen Mannschaften aus ganz Deutschland – u.a. Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, FC Hansa Rostock, Energie Cottbus, MSV Duisburg, Darmstadt 98, Eintracht Trier und Kickers Offenbach – sowie aus Spanien (R.C.D. Mallorca), der Slovakei (Slovan Bratislava), Dänemark (Skovshoved IF und Herlev) und Nordirland (Bertie Peacocks). Jeder der 48 Teilnehmer war mit großem Eifer dabei. Die zahlreichen Zuschauer sahen an beiden Tagen tollen Jugendfußball am Finower Wasserturm.

Die stetig gestiegene Qualität wird nicht zuletzt dadurch unterstrichen, dass sich der FC Schwedt 02 als beste Mannschaft aus unserer Region mit dem 22. Platz begnügen musste. Den Sieg machten andere unter sich aus. So kam der FC Hansa Rostock als Titelverteidiger immerhin auf Platz drei durch einen knappen Sieg im kleinen Finale gegen die überraschend starke Eintracht aus Trier. Im Finale vor über 1.000 Zuschauern standen sich die Turnierneulinge aus Genua und Stuttgart gegenüber. Während der regulären Spielzeit konnten die Italiener die frühe Führung des VfB noch ausgleichen (1:1). Nach torloser Verlängerung kam es wie 2009 zum unausweichlichen Neunmeterschießen. Am Ende war Sampdoria ein glücklicher, aber auch verdienter Sieger des 16. Finow-Cup.

2011

Der 17.Finow-Cup stieg wie immer am dritten Juniwochenende 2011 zu Füßen des Finower Wasserturms. Mit dem Titelverteidiger aus 2010, Sampdoria Genua, dem damaligen Finalgegner VfB Stuttgart sowie dem FC Hansa Rostock, Borussia Mönchengladbach, Herta BSC und RCD Mallorca wollen gleich sechs Vereine um den Sieg mitmischen, die in 2010 unter den Top Ten waren. Darüber hinaus meldeten Slovan Bratislava, der FC RW Erfurt, der Karlsruher SC und der 1.FC Union Berlin Ambitionen auf vordere Platzierungen an. Nicht zu vergessen der SC  Putigamer Sturm Graz aus der Steiermark, erstmals in Finow mit stolzer Brust dabei, zumal das Männerteam zu diesem Zeitpunkt frischgebackener österreichischer Meister und Champions League Qualifikant war.

Ein einzigartiges und geradezu dramatisches Phänomen ereillte Slovan Bratislava . Die Slovaken kamen in der Gruppe B ungeschlagen und ohne Gegentor, aber aufgrund von zwei 0:0 Unentschieden, nur auf Platz 3 hinter Sturm Graz und RW Erfurt. Ihnen blieb somit die Finalrunde edr besten 16 versagt. Da am zweiten Tuniertag alle Spiele erfolgreich absolviert wurden, resultiert daraus der 17.Platz in der Endabrechnung, sicherlich ein schwacher Trost für die weit gereisten und letztendlich traurigen Gäste des slowakischen Champions League Qualifikanten.

Aber neben Bratislava mussten auch andere Favoriten frühzeitig Federn lassen. Titelverteidiger Sampdoria Genua, der VfB Stuttgart, RW Erfurt, der KSC und Borussia Mönchengladbach mussten schon im Achtelfinale ihre Siegträume begraben. Geradezu sensationell war hingegen das Abschneiden der Hauptstadtklubs. Mit Hertha, dem SC Staaken, Union, den Reinickendorfer Füchse, dem Frohnauer SC und dem Nordberliner SC erreichten gleich sechs Berliner Vereine das Achtelfinale bzw.fünf sogar die Runde der letzten Acht.

Im Kampf um die Podestplätze gab es spannende und hochkarätigen Partien vor ca. 1.500 Zuschauern. den dritten Platz belegte der R.C.D. Mallorca. Nach der regulären Spielzeit stand es 1:1- Unentschieden. Volm Neunmeterpunkt bewiesen die stolzen Spanier bessere Nerven gegen den am Tag zuvor frisch gekürten Berliner Meister SC Staaken.

Im Finale standen sich die Hertha aus Berlin und der Premierenteilnehmer SK Sturm Graz gegenüber. Die frühe Führung des Berliner Traditionsklubs sollte bis zum Ende Bestand haben. Somit hieß der Sieger 2011 Hertha BSC Berlin. Obwohl die Berliner fast immer am Finow-Cup teilnahmen, konnten sie erst bei der 17. Auflage den Pott mit nach Hause nehmen. Der SK Sturm Graz erwies sich als fairer Verlierer, erkannte die Leistung des Gegners an und zeigte sich mit dem zweiten Platz ebenfalls zufrieden.

Der Gastgeber 1.FV Stahl Finow riss zwar erneut keine Bäume aus, konnte diesmal aber die rote Laterne aus den Jahren 2009 und 2010 abgeben und kam auf Platz 44 ein. Beste Mannschaft aus der Region war der FSV Bernau mit Platz 30, erneut ein Indiz für das hohe Niveau beim Finow-Cup.

2012

n 2012 standen sich erneut 48 Mannschaften aus ganz Deutschland sowie aus Spanien, Österreich, Großbritannien und der Slowakei im fairen Wettkampf gegenüber. Seinen Debütauftritt am Finower Wasserturm hatte der FC Schalke 04. Neben den Knappen traten mit Hannover 96, dem 1. FC Nürnberg (Sieger 2006), dem VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC sowie dem R.C.D. Mallorca, dem SK Sturm Graz und Slovan Bratislava acht weitere nationale und internationale Erstligisten an, die allesamt auch ins Achtelfinale einzogen. In der Gruppenphase gab es lediglich eine Überraschung, da der SC Charlottenburg die SG Dynamo Dresden hinter sich ließ und als Gruppenzweiter die Finalrunde erreichte. Neben den bereits genannten Teams spielten am Sonntag noch der 1. FC union Berlin, der FC Hansa Rostock (Sieger 2009), der FC Rot-Weiß Erfurt (Sieger 2004 und 2007), der Karsruher SC, der MSV Duisburg und Darmstadt 98 um den Sieg.

Die Finalrunde war von sehr hohem und ausgeglichenem Niveau gekennzeichnet. Lediglich ein Team dominierte klar seine Partien – und das war der Titelverteidiger Hertha BSC Berlin. Während man sich in der Vorrunde noch zwei torlose Remis gegen Falkensee/ Finkenkrug sowie Engelbostel/ Schulenburg leistete, gab man sich am Finalsonntag keine Blöße mehr. Im Achtelfinale wehrte sich der FC Hansa erbittert und unterlag den Hauptstädtern nur knapp im Neunmeterschießen. Souveräner wurden Darmstadt 98 sowie der VfB Stuttgart mit jeweils 3:0 im Viertel- und Halbfinale bezwungen.

Wie die Hertha zog auch der 1. FC Nürnberg ohne Gegentor bis ins Finale. Über die Gegner Slovan Bratislava (2:0), Rot-Weiß Erfurt (1:0) und Sturm Graz (1:0) qualifizierten sich die Franken für das Endspiel. Besonders auffällig agierten der Berliner Mittelfeldstratege Palco Dardei und Nürnbergs Torjäger Nico Geyer, die neben Hannovers Spielmacher Nikita Marusenko auch als beste Spieler des Turniers ausgezeichnet wurden. Die Ehrungen der besten Torhüter erfuhren Benjamin Osegovic vom SK Sturm Graz sowie Matthias Layer vom VfB Stuttgart.

Im Finale vor ca. 1.700 Zuschauern bezwang die Berliner Hertha den 1. FC Nürnberg dann mit 2:0. Im kleinen Finale sicherte sich der SK Sturm Graz durch einen knappen 1:0-Sieg über den VfB Stuttgart den dritten Platz. Auf den Plätzen 5-8 folgten Hannover 96, der FC Schalke 04, Darmstadt 98 und der FC Rot-Weiß Erfurt. Bestplatziertes Team aus dem Barnim war der FSV Bernau auf Platz 33. Der Gastgeber belegte einen ernüchternden 46. Platz, da ist also noch viel Luft nach oben.

2013